Fräs-Kosten (Maschienenstunde)

  • Hallo zusammen


    Ich stehe mir irgendwie auf dem "Schlauch"


    Folgendes:


    Ich darf für einen Modellbauer diverse Fräsarbeiten ausführen ... :P
    Und das mit meiner Portalfräse, er bringt mir auch das Material CFK das ich fräsen soll ...


    Er meinte ich soll ihm sagen was er mir bezahlen müsste, in "pro cm" oder "in Std" oder ober ...


    Wie mach Ihr das?
    Wie rechnet Ihr Eure kosten Maschienenstunde für den Kunde oder rechnet Ihr mir gefahrnen mm oder cm ab?
    Oder macht Ihr "Handgelenk mal ..." (So ungefähr)


    Währe um eine Licht im dunklen ... sehr dankbar :thumbup:


    Gruss Rolf

  • Erlich?


    Verschleiß (Maschine) rechne ich gar nicht. Ich sorge dafür, das mir das Werkzeug "bezahlt" wird den rest vernachlässige ich. 8)


    Aber es wäre einmal Interessant meinen "Energiekostenzhäler" dazwischen zu hängen. :rolleyes:



    LG


    Markus

    Ein Westfale im Schwarzwald!

    Das Wort "Vegetarier" kommt aus dem Indianischen und bedeutet: zu blöd zum jagen

  • Hallo Rolf,



    Anschaffungspreis alles inklusive + Reparatur- und Wiederherstellungskosten geteilt durch 10 Jahre (Abschreibung) = Mittelwert 266 Tage/Jahr Laufzeit für 8Std = 21280 Std.
    Wie Du siehst kostet Deine Fräse bei Anschaffungs und Wiederherstellungskosten von ca 10000 Euro, in der Stunde mal gerade so etwas um die 50 Eurocent.
    Dazu kommen Energiekosten, Steuern, Versicherungen, anteilige Grund- und Raumkosten.
    Dann kommt die Mannstunde (brutto) dazu. Errechnet sich im Mittellohn aus Lohn + ca. 180%. Ist sicher je nach Branche unterschiedlich.


    Irgendwann kommt ein kalkulatorischer Stundenpreis raus.
    Ob ich mir dann noch die Arbeit mache das in Zentimeter oder Millimeter umzurechnen ist eine andere Frage. Denn dann müsste ich je Werkzeug und Werkstoff endlos viele Kombinationen rechnen. Wenn der Kunde es Wert ist mache ich auch das, schneide mir aber immer mal wieder ins eigene Fleisch, gerade wenn der Kunde das Material stellt.
    Wie Du siehst ist die Fräse, wenn es nicht gerade ein Bearbeitungszentrum ist, der kleinste Anteil an der Kalkulation ist.
    Ansonsten sind das kaufmännische Grundrechnungen.
    Werkzeug nicht vergessen.Das ist Auftragsgebunden und hat in der kalkulatorischen Stundenberechnung nichts zu suchen, ist aber oftmals der teuerste Posten.
    Auftragsbezogen ist auch Dateierstellung, Dateihändling, Maschine einrichten etc.


    grüße

  • Der stundenpreis bei unserem tischler beträgt 70.-€ exkl. MWSt nur für fräsarbeiten, da sind keine Planungsarbeiten eingerechnet. Diese Maschine kostet jedoch ca 150.000.-€.


    Also wenn du keine firma bist sondern nur hobbymäßig arbeitest schätz ich mal, dass du ca 10 bis 15€ pro stunde fräsarbeit ohne material verlangen kannst.




    Reich wirst warscheinlich nicht dabei.


    lg
    klaus

  • Hallo,


    ich sehe es wie Ralf !!


    Bei mir ist es so das ich für meine Arbeit die ich mache auch
    eine ordentliche Bezahlung erwarte. Meine Qualität entspricht
    den selben Anforderungen als wenn es Firma X Y macht.


    Also richtet sich meine Bezahlung auch an diesen Firmen aus.
    Dabei spielt es keine Rolle auf welcher Fräse ich das herstelle
    was zählt ist, dass am Ende das Produkt der gewünschten
    Toleranzen entspricht und der Kunde zufrieden ist. Also warum
    sollte ich mich dann unter Wert verkaufen und anderen Betrieben
    die Preise eventuell kaputt machen.



    Gruß
    Dieter

    Ich repariere alles solange ganz, bis meine Frau entscheidet,
    dass wir es wegen Überreparatur wegwerfen können. :thumbsup:

  • So isses und so wird in der Industrie auch bezahlt.
    Es gibt Vorgaben und Toleranzen, die eingehalten werden müssen. Stimmt das, wird der dafür übliche Tarif auch bezahlt.
    Auf welchem Weg ich das erreiche, kann meinem Kunden doch vollkommen wurst sein. Schließlich muss er für diese Werte woanders ebenso bezahlen.

  • WOU ....


    Besten Dank .... scheint ja wircklich ein Bedürfnis zu sein, was man so etwa "verlangen" kann ..


    werde mir das genau überlegen, ich glaube auch, dass 50.- bis 60.- Euro pro Maschienen/Std. nicht zuviel ist ...


    Gruss


    Rolf

  • Hi,


    Zum Thema Kosten/Maschinenstunde... es wurde hier ja schon der ein oder andere Tipp gegeben, ev. nochmal eine kleine Ergänzung aus meiner Erfahrung:


    Eine Hobby oder Prototypen-Maschine kann nicht abgerechnet werden, wie eine Serien-Maschine mit industrieller Absaugung, Highspeed-Spindel, automatischer Sprühkühlung, Werzeugwechsler, 5-Achs-Steuerung usw...


    Auf meiner kleinen Prototypen Maschine brauche ich 10x länger, als ein typischer Dienstleister auf einem großen Bearbeitungszentrum.


    Von daher ist auch klar, das dort dann die Stunde sehr viel teuer wird, denn es gibt ja auch einen viel höheren Output.


    Das kann auch schnell dazu führen, das ein Job auf einer Hobby/ Prototypen-Maschine wirtschaftlich nicht darstellbar ist, weil diese einfach zu langsam ist...



    viele Grüße


    Danko

  • Hi!


    Also mir hat ein Bekannter für meinen Portalfräsenbau einige Sachen aus Alu gemacht, die ich mit der Ständerbohrmaschine nicht hinbekommen hätte. Er arbeitet auf Tischfräse, Drehbank, Metallbandsäge, etc. in einem kleinen Heimstudio. Er meinte, unter Bastlerfreunden verlangt er pro Stunde € 30,00. Für Normalkunden entsprechend mehr, keine Ahnung, wieviel das dann wäre. Diesen Preis finde ich für sein grosses Können angemessen, obwohl, wie im letzten Posting erwähnt, das Produkt hier wohl auf dem langsamsten Weg, weil 100prozentig händisch, entstanden ist. Konkret hätte ich diese Teile fix fertig in Onlineshops inkl. Versand billiger bekommen. Mit einer CNC-Portalfräse wäre das dann sicher günstiger gegangen, vor allem, wenn gleich mehrere gleiche Stücke bestellt werden würden.


    Wie werde ich das einmal machen:


    Wenn mich aus meiner Bastelszene (Fliegerei) einmal Leute anreden sollten, dann werde ich pro Stunde etwa anfangs 10-20,00 Euro, dann 30,00 Euro verlangen. Anfangs deshalb billiger, weil ich ja unerfahren und langsamer bin - und da vor allem die reinen Unkosten hereinbringen möchte. Wenn ich für ein Stück dann schon alle Daten (CAD, CAM) gespeichert habe und es nur mehr reproduzieren soll, wird es natürlich viel billiger gehen, weil ich es schneller fertig haben werde.


    Wer nicht einmal das nicht bezahlen will, macht mir eigentlich eine Freude. Denn, wie es ein Bekannter erst unlängst formulierte: "Wenn es sich erst einmal herumspricht, dass Du eine Fräse hast, sind 80-90% Deiner Arbeit für Andere!" Er ist damit übrigens erfolgreich und betreibt einen eigenen Shop (natürlich teurer, als meine obigen Preisideen ...)


    lg, Heini

  • Hallo Heini,


    aber auch hier gilt es zu beachten, um was für Teile es geht - einfache 2D Teile mit Maschinenlaufzeiten von 5-10min sind so sicher leicht abzurechnen, aber ich kenne nicht viele Leute, die sich bei 30,- EUR/ Stunde 3D-Teile kreuzschlichten lassen... bei Berücksichtigung von Material, Oberflächenbearbeitung, Lakierung/ Eloxierung liegt der Grundpreis für Teile sonst schnell bei 1000,- EUR/ Stück und wie schon geschrieben - da ist es dann eigentlich immer günstiger fertige Teile zu kaufen...



    viele Grüße


    Danko

  • aber auch hier gilt es zu beachten, um was für Teile es geht - einfache 2D Teile mit Maschinenlaufzeiten von 5-10min sind so sicher leicht abzurechnen

    Ja Danko!


    Da hast Du natürlich vollkommen recht. Ich habe die Torte von meinem Tortenstück aus betrachtet. Da geht es um einfache 2,5D Cockpitteile, etc. Und das geht rasch. Aber Kompliziertes könnte ich ja eh nicht :D


    Gruss, heini