Problem mit STL und Rotationsachse

  • Hallo,

    da ich im Moment mit meiner 4. Achse der Fräse experimentiere, bin ich auf ein mir nicht zu erklärendes Verhalten von Aspire 9 gestoßen. Meine Vorgehensweise ist folgende, ich erzeuge mit dem Gadget "Wrapping" einen "Wrapped Job". Den Zylinder definiere ich so, dass das Fertigmaß dort reinpasst. Der Rohling ist etwas größer im Durchmesser, was m.e. keine Rolle spielt, da dies weggeschruppt wird. Nach der Darstellung des abgewickelten Zylinders in der 2D-Ansicht, importiere ich die gewünschte STL-Datei. Die Datei passe ich in den abgewickelten Rohling ein, so dass die abgewickelten Maße in den Rohling passen. D * Pi der STL stimmen mit dem Umfang des Rohlings überein. Damit das Teil vernünftig im Futter bleibt, habe ich laut Anleitung, einen Nulllayer eingefügt. In der 3D-Vorschau als durchgehender Zylinder zu sehen. Schrupp- und Schlichtwerkzeugweg lasse ich erzeugen, wobei ich die mit dem gleichen Fräser (3mm Radiusfräser) erzeuge.

    Die Vorschau des Teils sieht gut aus, wie man im Foto sehen kann. Beim Fräsen passiert es dann aber, dass an der Nahtstelle der Abwicklung eine durchgehende Nut gefräst wird. Dies passiert aber nur im Schruppvorgang. Beim Schlichtvorgang fährt der Fräser so, als ob die Kontur vollständig wäre. Mit den Bearbeitungsgrenzen der einelnen Strategien spiele ich jetzt noch rum, kann mir das leider nicht erklären. Zuerst hatte ich den Postprozessor in Verdacht, der müsste dann aber beim Schlichtvorgang auch die Nut fäsen, was aber nicht der Fall ist. Die Aspiredatei ist auch gezippt zu groß zum Anhängen. Andere Teile habe ich bereits fehlerlos gefräst und die STL auch bereits durch einen Reparaturlauf mit NetFabb, überprüfen lassen. Die STL ist in Ordnung.


    Gruß und für jeden Tipp dankbar


    Klaus









  • Das ist grundsätzlich garnicht so schwierig. Ich verwende Aspire (oder VcarvePro ab V8) und setze einen Job für die Drehachse auf. Das geht mit dem Wrapped Job Gadget. Wenn dann die Oberfläche gestartet ist, importiere ich die STL und stelle die Position und Maße ein. Dann wird beim Abschluß der EInstellungen das Teil improtiert und abgewickelt. Die Abwicklung wird in 2D dargestellt und sieht recht lustig aus. Werkzeugweg Schruppen und Schlichten erzeugen und dann den Werkzeugweg für Y auf A anzeigen lassen. Das ist es dann normalerweise, natürlich dann den richtigen PP zur Ausgabe des Gcode wählen. Ich habe auch schon den Gcode für 2D ausgeben lassen und dann mit einem Tool auf 4. Achse umrechnen lassen, das ging auch problemlos.

  • Hallo zusammen,


    ich bin auch gerade dabei, meine 4. Achse in Betrieb zu nehmen, habe aber auch noch keine Erfahrung mit dem wrapped Zeugs ...


    kkberg : Klaus, hast Du evtl. mal einen Link zu einem für Anfänger geeigneten stl-File, mit dem ich (wir) experimentiern können?


    Danke und Gruß

    Klaus

  • @Klaus,

    ich kann jetzt nur etwas zu Aspire oder VcarvePro beitragen, wie ander System mit einer STL umgehen, ist mir jetzt nicht bekannt. Es müssten hier aber auch Kollegen sein, die auch mit der 4. Achse und einem anderen Cam arbeiten. In Aspire richte ich einen "Wrapped Job" ein, in dem der Durchmesser und die Länge des Werkstücks angegeben werden. Danach die STL importieren, positionieren und danach wickelt Aspire die STL ab. Dazu kann jede STL genommen werden, die Sinn macht. Ich habe den lieben Bart Simpson von Thingiverse ( https://www.thingiverse.com/thing:462498/#files ) genommen. Ich habe hier ein Video von Youtube rausgesucht, nach dem ich gearbeitet habe. Ein anderes CAM-System habe ich nicht und kann wie gesagt dazu nichts beitragen.


    Gruß Klaus



  • Hallo,


    Hier gibt es noch ein sehr gut gemachtes Video zur 4.Achse in Aspire.


    Und hier gleich noch eins. Achtung bis zum Ende ansehen es werden absichtlich Fehler in der

    Handhabung gezeigt, die dann auch wieder korrigiert werden.


    Gruß Dieter

    Ich repariere alles solange ganz, bis meine Frau entscheidet,
    dass wir es wegen Überreparatur wegwerfen können. :thumbsup:

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  • Hallo,


    eine Frage zum Postprozessor (Aspire / Edingcnc): kann ich einfach z.B. den Sorotec PP als Basis verwenden und im Quellcode hinter der Zeile:


    RAPID_PLUNGE_TO_STARTZ = "YES"


    Eine neue Zeile mit:


    ROTARY_WRAP_X = "A"


    einfügen? Nach der Anleitung von Vectric verstehe ich das so, dass damit alle Ausgaben an die Achse "X" in der Maschine auf die Achse "A" umgeleitet werden.

    Oder gibt es vom Roy sogar einen angepassten PP?


    Wäre ja echt einfach :-)


    Gruß

    Klaus


    Nachtrag: hab' es grade ausprobiert: es funktioniert tatsächlich so einfach :-)

  • Hallo Klaus,

    ju, das geht genau so. Ich habe für mich noch Anpassung gemacht, die das Anfahren des Nullpunktes des Werkstücks betreffen. Um eine mögliche Kollision der Spindel mit der Drehachse zu vermeiden, habe ich es so programmiert, das zuerst X auf die Entsprechende Position gefahren wird und dann Y gefahrlos auf die Mitte des Werkstücks fährt.


    Gruß Klaus


    "(-------------------------------------------------------)"

    "( Y=0 nach Werkzeugwechsel anfahren)"

    "(-------------------------------------------------------)"

    "[N] G00 [XH] [SAFEZ]"

    "[N] G00 Y[YMIN]"

  • Noch mal eine Frage an die alten Rundtischhasen: ich verwende den kleinen RT 103 von Sorotec / Stepcraft. Der sieht schon sehr solide aus, aber die Angangswelle hat ein leichtes Drehspiel, was mir nicht so gefällt. Ich habe die Steuerung auf 1/8 Microsteps eingestellt, das entsprichte 240 Pulse pro Grad. Aber so 1/2 Grad hat die Achse sicher Spiel. Weiß jemand, welche Mechanik sich in dem Aluklotz verbirgt? Ist das ein Schneckengetriebe? Viele Rundtische sind ja einstellbar, zu dem RT 103 habe ich im WWW leider keinerlei Unterlagen gefunden.


    Danke und Gruß

    Klaus

  • Ohne es genau zu wissen, tippe ich auf einen Schneckentrieb. Die Anordnung des Motors und die Untersetzung von 54:1 veranlassen mich zu der Annahme, In der Produktbeschreibung steht nahezu spielfrei. Ich verwende ein Planetengetriebe bei meiner Achse und da ist auch Spiel drin, was aber bisher nicht arg nachteilige Auswirkungen hatte. Für Metallbearbeitung vermute ich aber Probleme und riskiere das so nicht.


    Gruß Klaus

  • Zitat

    Aber so 1/2 Grad hat die Achse sicher Spiel.

    Bei 54/1 ist das dann 1/108 Grad Fehler! Also mit einem Winkelfehler < 1/100 Grad könnte ich leben.

    Und Umkehrspiel kann man in jeder Steuersoftware einstellen. Nur Falls dir der Fehler zu groß ist.


    Jan

  • Nein, ich meinte natürlich, dass die Abgangswelle Spiel hat. Habe gerade mal nachgemessen: das ist über 1°, was das Werkstück sich hin- und herdrehen kann. Ich werde mal den Stepper abbauen und reinschauen, da kann man sicher was nachstellen. Interessant ist, dass die Drehachse noch nie benutzt wurde, obwohl sie schon seit Jahren bei mir rumsteht.


    Nachtrag: hab den Stepper mal abgebaut. Die Konstruktion ist recht primitiv. Der rückseitige Lagerdeckel des Steppers ist mit vier Schrauben befestigt, wobei diagonal zwei Schrauben den Deckel auf dem Motorgehäuse halten und zwei lange Schrauben den Stepper auf dem Getriebe anbinden. Man muss beim Festziehen dieser langen Schrauben den Motor nach oben drücken, dann wird das Schneckenritzel gegen das große Rad gedrückt und das Drehspiel eliminiert.

    Da das aber nur M4-Schräubchen sind, weiß ich nicht, wie lange das ganze dann spielfrei bleibt.