Neuling, Fäse und Fragen

  • Servus,


    ich bin neu in dem Thema, und habe eine alte Haase geschenkt bekommen. Typ weiß ich leider auch nicht, aber ich habe ein paar Fotos.

    Jetzt versuche ich mich dem Thema zu nähern, und habe ein paar Fragen:

    1. weiß jemand was das genau für eine Fräse ist?

    2. Die parallel-Schnittstelle hat auch mein alter Laptop nicht, geht da eine USB->Parallel-Kabel oder brauche ich da etwas anderes?

    oder ectl sowas: https://www.amazon.de/Informat…fRID=CWXGNJ3R6M61SBNAS5HF

    3. Eine Spindel fehlt leider, was würdet ihr mir für den Anfang empfehlen?

    4. Hätte noch Drehmel und Proxxon runliegen geht das zu Start?


    Viele Fragen, ich hoffe "hier wird mir geholfen" ;)


    Gruß Tom

  • Du bist hier nicht falsch, aber leider ist hier nicht mehr so viel los. Ich hoffe das sich da noch einer von unseren Spezies meldet.


    LG


    Markus


    p.s. Trozdem Herzlich Wilkommen!

    Ein Westfale im Schwarzwald!

    Das Wort "Vegetarier" kommt aus dem Indianischen und bedeutet: zu blöd zum jagen

  • Hallo Tom,


    herzlich willkommen bei uns und bei diesem schönen Thema/Hobby (geht aber auch beruflich)! :thumbup:


    1. Ich kenne das Modell nicht, aber wie du an der Optik und den verschiedenen aktuellen Serien bei Haase vielleicht schon selber festgestellt hast, ist das schon eher ein Schätzchen aus den Anfängen. Damals hatten (manche haben) so ziemlich alle solch freitragende Rundführungen als Einsteigersegment im Programm. Wenn du die genaue Bezeichnung nicht weißt, ist das aber auch nicht weiter tragisch. Die Steigung an den Spindeln kannst du messen. Die Verfahrwege auch. Schön wäre es, wenn du wenigstens an den Schrittmotoren ein Typenschild o.ä. findest, damit du deren Daten raussuchen kannst. Ich kenne den Support/Service bei Haase nicht, aber das wäre sonst (nach Google) wahrscheinlich meine erste (oder zweite) Anlaufstelle. Die sollten dir eigentlich was dazu sagen können.
    2. Der beste Ersatz für eine Parallel-Schnittstelle ist wirklich nur eine Parallel-Schnittstelle! Und diese auch meist nur am Desktop-PC, weil die Notebook-Versionen oft nicht die benötigte Spannung an der Schnittstelle bereit stellen. Einfache USB-Adapter/-Kabel kann ich dir sagen, werden mit 99,9%iger Sicherheit NICHT funktionieren -> siehe "SmoothStepper" für Mach 3. Bei PCMCIA weiß ich das nicht, gehe aber auch da davon aus, dass du mit den Spannungen nicht hinkommst - mobile Geräte sollen ja Strom sparen und die Drucker kommen mit der niedrigeren Spannung aus. Hier hast du 2 Möglichkeiten: a) Umrüstung auf eine "moderne" Steuerung mit USB oder noch besser LAN (in der Praxis meistens stabiler im Betrieb), z.B. Eding CNC. Sollte eine Umrüstung in Frage kommen, müsste man dann nochmal genau abklopfen, was du vor hast und wohin die Reise gehen soll, damit man ein geeignetes Modell für dich auswählen kann: Liste. Und die andere Möglichkeit: b) Einen guten gebrauchten Desktop-PC mit echter Parallel-Schnittstelle auf dem Board kaufen (oder nur ein entsprechendes Mainboard) und dann für deinen Fräs-Betrieb startklar machen. Rein für die Steuerung deiner Fräse braucht es da auch gar nicht viel Leistung. Es gibt aber auch immer noch neue Mainboards mit Parallel-Schnittstelle im Handel, teilweise schon mit einem Prozessor fest on-board - z.B. Celeron J4005 oder J3455, die reichen hier schon. Alternativ andere Prozessoren ähnlicher "Leistung" (nicht viel, aber ausreichend).
    3. Möglichkeiten gibt es da viele. Limitierend ist der technische Aufbau deiner Fräse, so dass ich dort keine großen und schweren HF-Spindeln einsetzen würde. Zudem bräuchtest du bei diesen auch noch einen entsprechenden Frequenzumformer FU. Auf solch einer ähnlichen Fräse habe ich früher einen Oberfräsmotor von Suhner mit 1050W gehabt. Das war eine gute Kombination und vor allem, wenn es preislich überschaubar bleiben soll. Die Art von Motoren findest du inzwischen bei mehreren Herstellern - z.B. AMB (früher Kress), Mafell und Suhner. Nehmen würde ich was mit um die 1000W. Die sind noch relativ leicht und bieten aber dennoch schon einen vernünftigen Rundlauf und die benötigten Drehzahlen. Entscheidungskriterium ist aber auch deine Aufnahme an der Z-Achse. Da ist jetzt ein 43mm-Aufnahme für Fräsmotoren. Für HF-Spindeln bräuchtest du eh eine neue Aufnahme, aber auch bei den Fräsmotoren musst du mal nachmessen, ob und welches Modell da überhaupt reinpasst. Nicht der Spannhals, den haben die alle mit 43mm, sondern das Gehäuse des Motors, ob der so auf deine Z-Achse passt oder ob da vielleicht schon die Aluplatte "im Weg" ist. Hier findest du ein gutes Sortiment an Fräsmotoren bei Sorotec. Dort findest du auch die technischen Daten und Zeichnungen mit den Maßen. Bei Roy findest du auch alles andere, was du rund um das Thema CNC benötigst inkl. Beratung und gutem Service!
    4. Lange Rede, kurzer Sinn: mit Proxxon, Dremel und ähnlichen Konsorten wirst du nicht glücklich! Der Drehzahlbereich und die Rundlaufgenauigkeit reichen hier einfach nicht aus. Zudem sind diese Werkzeuge ja auch gar nicht für den Dauerbetrieb und solch einen Einsatz konstruiert.


    Gruß


    Markus

  • Hallo Markus,


    vielen Dank!!! Das hat mir schon mal sehr viel weiter geholfen.

    Ich habe mir die Karte bereits bestellt gehabt, da ich mir schon gedacht habe das ein Kabel (USB-Parallel) nich reichen wird. Die kostet nicht die Welt, ist morgen da und ist schnell getestet.

    Ich habe einen Laptop mit dazu bekommen, da ist XPertMill (Version 2.00.6) drauf, also gehe ich mal davon aus der Laptop evtl. bereits genutzt wurde. Leider ohne parallele Schnittstelle, und fragen kann ich auch keinen. Beim Öffnen kommt auch gleich eine Meldung das ein Controller nicht gefunden wurde.

    Fräsen möchte ich Teile für den Modellbau, also Holz, CFK , GFK und evtl. Alu


    Nochmals Dank.


    Gruß Tom

  • Hallo Tom,

    Ich habe mir die Karte bereits bestellt gehabt, da ich mir schon gedacht habe das ein Kabel (USB-Parallel) nich reichen wird. Die kostet nicht die Welt, ist morgen da und ist schnell getestet.

    ja, einfach mal testen. Die Kosten sind überschaubar und zur Not kannst du es ja zurückschicken. Ich bin aber auch sehr auf das Ergebnis gespannt. Ich meine, dass man irgendwann dazu übergegangen ist, an den Parallel-Ports statt der urprünglich vorhandenen 5V nur noch 3,3V anliegen zu lassen. Da muss die jeweils angeschlossene Peripherie natürlich mit klarkommen. Muss man probieren.


    Fräsen möchte ich Teile für den Modellbau, also Holz, CFK , GFK und evtl. Alu

    Ernsthafte Alu-Bearbeitung wird schwierig mit der Maschine, aber Bleche und Frontplatten gehen da durchaus. Wichtig ist hier, je härter das Material und je kleiner der Fräserdurchmesser wird, desto besser sollte der Rundlauf von Frässpindel/-motor sein.


    Gruß


    Markus

  • Hallo,


    heute sollte die PCMCIA Karte gekommen sein, werde ich am Wochenende gleich mal testen. PCMCIA sollte 3,3-5 Volt bringen, nur die Express Karten sollten 1,5-3,3 Volt machen. Vllt. habe ich ja Glück es funktioniert. Dann kann ich mal sehen ob die Steuerung und die Motoren überhaupt noch funktionieren.

    Dann suche ich mir einen Fräsmotor, und teste mal etwas rum. Umbau ist dann Schritt 3, so der Plan.


    Vielen vielen Dank für die Unterstützung, ich halte euch auf dem Laufenden.


    Gruß Tom

  • Hallo Tom,


    hast du mal ins BIOS deines Laptops geschaut? Vielleicht ist dort die Hardware abgeschaltet!? Und: ist die aktuellste Version drauf?


    Der Estlcam-Adapter sieht gut aus - liest sich zumindest so, als wenn das funktionieren könnte/sollte. Sonst schreib doch Christian einfach mal direkt an (ist auch hier im Forum).


    Gruß


    Markus

  • Hallo,

    nach anfänglichen Problemen, habe ich jetzt den LPT-Adapter von Estlcam getestet. Zwischenzeitlich habe ich auch einige Pläne zur Fräse von der Firma Haase bekommen, es handel sich um einen Cut 2000. Leider macht die Fräse nichts, egal was ich für Einstellungen versucht habe. Auf dem LPT-Stecker sollten, laut Plan 7 Adern in die Fräse gehen. Leider kommen nur 4 davon an. Das würde aber nicht zur Beschreibung passen :-(

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Board wirklich das Originale ist, vllt. kennt das jemand?


    Gruß Tom

  • Hallo,


    wollte mich jetzt nochmal melden. Die ganze Verkabelung läuft nicht, bzw. weiß ich vom Board nichts. Ich habe zum Glück noch ein Chinaboard rumliegen, das habe ich jetzt mal testweise an den EXTLCAM-Adapter angeschlossen, und siehe da, es scheint alles zu laufen. Zumindest wenn ich die Ausgänge messe.

    Jetzt werde ich die ganze Verkabelnung neu machen, und das andere Board einbauen. Ich brauch noch 3 Endstufen dazu, da das alte Board die Endstufen onboard hatte. Ich habe mal beim Reichelt geschaut, die haben verschiedene die passen könnten.

    Motore sind Nanotec Munich 3V 3A, was würdet ihr mir für Endstufen empfehlen?


    Gruß Tom

  • Hallo Tom,


    na, da hast du ja nicht wirklich einen Glücksgriff gemacht... aber einem geschenkten Gaul ...


    Wenn es dir Spaß macht, sieh das ganze doch als guten Anlass, auch ein bisschen "hinter die Kulissen" zu schauen und sich (zwangsläufig) mit der Materie/Technik zu befassen. Schadet garantiert nicht!


    Deine Frage kann so sicher 1000 Antworten kriegen, die alle gleich richtig oder falsch sein können. Es gibt hier viele Wege, der Fräse Leben einzuhauchen. Die Gretchenfrage ist dabei, was dein Anspruch ist und wieviel du bereit bist, zu investieren. Es gibt komplette Steuerungsplatinen mit integrierten Endstufen für wenig Geld (oder noch viel weniger beim Chinesen), z.B. auf Basis des TB6560, aber auch einzelne Komponenten und seperate Endstufen von einfach/günstig bis hin zu sehr kostenintensiven Modellen. Funktionieren tun sie alle - irgendwie. Die teureren Endstufen haben durchaus ihre Berechtigungen und bieten neben mehr Leistung auch einen ruhigeren Lauf in der Ansteuerung deiner Motoren - ihr Potential spielen diese aber in meinen Augen am besten an entsprechend potenten und genauen Anlagen aus. Hier musst du den für dich optimalen Kompromiss finden. Wichtig wäre in meinen Augen aber auf jeden Fall die Modularität. Wenn du die Steuerung auf Einzelkomponenten aufbaust, kannst du im Fehlerfall auch die einzelnen Komponenten tauschen - bei einem All-In-One-Board ist dieses meist direkt reif für die Tonne. Bei der Super-Billig-Nummer aber eigentlich auch kein echtes Problem, denn eine einzelne, selbst günstige, Endstufe im Fehlerfall zu tauschen ist teurer, als hier gleich das ganze Board mit seinen integrierten Treibern zu erneuern. Ob diese TB6560-Boards aber genug Leistung für deine Maschine haben und ob und wie verlässlich die im Dauerbetrieb laufen, kann ich leider nicht beurteilen, da ich noch keinerlei Berührungspunkte damit hatte. Viel zutrauen würde ich denen aber nicht! Für mich wäre daher eine einfache kleine Steuerung mit seperaten Endstufen die erste Wahl - das muss bei der Maschine auch nicht unbedingt digital und auch kein RTA oder Leadshine sein. Aber dann hast du was vernünftiges, mit dem du arbeiten kannst.


    Gruß


    Markus

  • Hallo Markus,


    vielen Dank für die Antwort. Die Motore möchte ich, wenn möglich, weiterverwenden. Hier handelt es sich um

    2 x Nanotec Munich ST5918L3008-B 3V 3A

    1 x Nanotec Munich ST4118M1404-kuso 2,54V 1,4A


    Hierfür bräuchte ich eine Empfehlung für die Endstufen. Ich hätte an sowas gedacht: https://www.reichelt.de/schrit…rstct=lsbght_sldr::237924 - wenn das geeignet ist.


    Mit dem Thema zu beschäftigen, macht aktuell richtig Spaß. So komme ich auch etwas mehr in das Thema. Fusion 360 habe ich mir auch noch organisiert, und meine ersten Teile in 3d erstellt, und testweise mal an einem 3d-Drucker ausgedruckt. Wird schon :)


    Gruß Tom

  • Hallo Tom,


    die Motoren kannst du erstmal weiterverwenden. Ich halte sie zwar schon für etwas knapp kalkuliert, was die Leistung angeht (Drehmomente 2x 1,32 Nm, 1x 0,24 Nm), aber wenn das die originalen Komponenten von Haase sind, sollte es für die Maschine ja eigentlich reichen.


    Die Endstufe(n) bei Reichelt kannst du so zwar verwenden. aber a) viel zu überdimensioniert und b) zu teuer.


    Was hast du aktuell für ein Netzteil in deiner Steuerung? Ich würde vermutlich ein Schaltnetzteil mit 36 Volt verwenden. Viel mehr Spannung muss deine Endstufe also auch nicht abkönnen.


    Die gezeigte Endstufe ist vermutlich einer von vielen Leadshine-Klonen. Das ist im Angebot zwar schön geschrieben und ich kenne die bisher auch gar nicht, aber ich denke, dass die ACT Motor GmbH kein "High-Tech-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von ...motoren und deren Treiber spezialisiert hat" ist, sondern nur einer von vielen Vertreibern üblicher China-Ware. Diese Klon-Endstufen kannst du in China direkt für deinen Handel/Namen labeln lassen. Und dafür ist es dann einfach zu teuer! Zum Vergleich: bei Roy (Sorotec) kriegst du eine passende Endstufe DM542EU original von Leadshine für knapp 44 Euro. Da hast du auf jeden Fall ein verlässliches Markenprodukt.


    Und wenn es einfach nur günstig sein soll, kriegst du bei MechaPlus z.B. eine Endstufe TB 6600 (40V, 4A) schon für 13 Euro.


    Oder aber (noch besser vielleicht) den Leadshine-Klon DM542 (50V, 4,2A) auf eBay: aus Niederlande für 20 Euro oder aus China für 12-13 Euro. Aus China musst du nur den Gesamtwert deiner Sendung im Auge behalten. Aktuell kannst du noch bis 22 Euro (Warenwert + Versand) ohne Zoll und Umsatzsteuer einführen. Problem könnte sein, wenn die Sendungen doch mal aufgemacht werden und kein CE-Zeichen da drauf ist und keine deutsche Bedienungsanleitung beiliegt. Dann kann es sein, dass das ganze direkt aus dem Verkehr gezogen wird. Auf der sicher(er)en Seite bist du also, wenn du innerhalb Europa bleibst.


    Gruß


    Markus

  • Hallo Markus,


    OK, viel Information, aber jetzt bin ich schon wieder etwas schlauer. Vielen vielen Dank!!!

    Da kaufe ich mir dann doch lieber gleich die DM542EU von Leadshine, dann habe ich etwas Vernünftiges. Freue mich schon auf den Umbau, die Verkabelung werde ich am Wochenende rauswerfen, neue Kabel bestellen. Muß ich da etwas berücksichtigen, und/oder hast du da auch noch Tips für mich?


    PS: Das China-Breakout-Board hatte ich zufällig rumliegen, und einfach mal getestet. Wenn es funktioniert, hätte ich es einfach mal verwendet. Nach dem Anschließen an den ESTCAM-Adapter, und dem Einstellen, ESTLCam gestartet mit einer Testdatei, dann habe ich mit einem Multimeter einfach mal nachgemessen ob die Ausgänge etwas anzeigen. Ich weiß das das recht hemdsärmlig ist, habe aber grade nichts anderes da. Ich wollte da nicht billig bleiben, da war einfach nur mein Ehrgeiz geweckt :saint:


    Gruß Tom