Vorstellung Käsefräse AMMSA Teil 1

  • Hallo,


    ich möchte euch mal meine Maschine vorstellen. Angefangen hat alles, als ich 2009 auf die Tron gestoßen bin. Seitdem lässt mich dieses Hobby, zumindest in den dunklen Monaten nicht mehr los. Aktuell geht es mir mehr um den Spaß das Teil zu bauen, als wie Teile darauf zu fräsen. Sobald aber alles so ist wie ich mir das vorstelle, sollen Teile für Modellbau, Schmuck usw. gefertigt werden. Mit CAD habe ich schon länger zu tun, dazu kam dann jetzt die Kombination mit CNC und CAM. Was ich besonders toll finde ist die Kombination von Entwurf / Zeichnung 3D-Teil zu CAM und dann ab auf die Maschine etwas fertigen, was man auch in der Hand halten kann und Freude bereitet. Entworfen und gezeichnet wurde alles auf Alibre Design.



    Die kurze Version / Zusammenfassung/ technischen Daten am Anfang:



    Typ: Portalfräse aus Aluminium-Profilen
    Tischgröße: 1100x800mm
    Höhe unter Portal: 180mm
    Verfahrwege: 910x640x150mm
    Gewicht: 130 bis 150kg
    Führungen: unterstützte Linearwellen mit Linearkugellagern X+Y 20mm, Z 16mm
    Spindeln: KG-Spindeln 16x10
    Eilganggeschwindigkeit: X+Y 15m/min, Z 10m/min
    Spindel: 1,5kw Chinaspindel luftgekühlt mit 1,5kw FU mit Netzfilter, 8000 1/min bis 24000 1/min
    WZW: SK15 Vorsatz, über Adapter an Spindel gekoppelt, 10 Werkzeuge auf Ablage mit WZL-Sensor, Steuergerät STG101
    Steuerung: 3x Leadshine ND556, BOB Benezan, Schaltnetzteil 48V 320Watt 6,7A, 2x potentialfreie Relais, 3x Referenzschalter überfahrbar, Smoothstepper, Handrad, 3D-Taster zum Nullpunkt anfahren,
    Antriebe: 3x Schrittmotor 3Nm/4,2A
    MMS: Fogbuster mit 2x Pneumatikventil, Kühlschmierstoff Fanella
    Einhausung: 1500x1100x1100, siehe extra Beitrag.
    Steuersoftware: Mach3 von CNC-Steuerung, mit Erweiterung auf WZW4
    Steuerrechner: AMD Athlon X2 250 2x 3,0GHz, 4GB Speicher, 64GB SSD, Windows XP SP3, 19“ Monitor
    CAD: Alibre 2012 Expert, ZWCAD
    CAM: Condacam Vollversion



    Die ausführliche Version:

    Da mir die Tron irgendwann 2010 zu langsam, zu ungenau und zu klein wurde (zumindest in der Z-Achse), habe ich mich an den Entwurf einer neuen Maschine gemacht. Es sollte auf jeden Fall wieder eine Portalfräse werden. Ein Umbau der Tron schied wegen der Stahlteile die ich verschweißt hatte aus. Teile die ich verwenden konnte, hab ich an der neuen auch wieder eingesetzt, den Rest verkauft. Einige Teile für die Neue habe ich sogar noch auf der Tron gefräst.
    Ideen und Anregungen habe ich mir aus den unterschiedlichen Foren geholt und hier und da das eine oder andere abgekupfert.




    Bei uns in der Firma lagen als Ausgangsmaterial Alu-Profile herum, die nicht mehr benötigt wurden, das war der Start. Darauf habe ich drum herum aufgebaut. Die Abmessungen von der Tron fand ich soweit OK, daraus ergaben sich folgende Abmessungen:
    • Länge Tisch 1100mm, länger sollte es nicht sein, wegen der Spindeln.
    • Breite Tisch 800mm, ergab sich aus dem Profilabmessungen von 50x200mm.
    • Freie Höhe unter Portal und Tisch 180mm.



    Der Aufbau sollte möglichst einfach gehalten werden, nur das allernötigste sollte extern oder bei meinem Arbeitgeber auf den großen Maschinen gefertigt werden.



    MECHANIK



    Der Tisch:
    Das Profil ist Blocan von Rose & Krieger F50x200. Die Profile hab ich bei uns in der Firma geschnitten und auf der großen TOS auf Länge fräsen lassen. 4x 50x200x1100 ergaben den Tisch, 2x 50x100x1100 die Aufnahmen / Versteifungen unter dem Tisch, diese tragen die Linearführungen. Das ganze wird stirnseitig über 2 gelaserte Stahlbleche t=10mm verbunden. Diese nehmen die Lagerungen der Y-Achse auf und dienen gleichzeitig als Ständer zum Aufstellen der Maschine. Stirnseitig in die Profile habe ich in den vorhandenen Ø10er Bohrungen mit einem Gewindeformer M12er Gewinde ca 30mm tief eingebracht. Pro Stirnseite wurden dann die Bleche mit 20x M12x35 verschraubt. Unter dem Tisch sind noch 3 Querriegel, die die einzelnen Profile in der Mitte verbinden. Die 50x100er Profile sind mit Winkeln an den 200er angebunden. Die Stirnbleche habe ich so Lasern lassen, dass die Nutensteine von vorne eingeführt werden können.



    Die Führungen:
    Als Führungen hab ich einen Kompromiss gemacht zwischen Genauigkeit und Preis:
    • Auf jeden Fall was unterstütztes, was auf der vollen Länge trägt
    • Auf keinen Fall freie Wellen oder sowas
    • Die Igus-Gleitführungen, einfach zu ungenau und zu viel Reibung
    • Alles mit Rollen zu ungenau, zu groß oder zu schmutzanfällig
    • Am liebsten, richtige Linearführungen von Hiwin, aber einfach zu teuer



    Entschieden habe ich mich für unterstütze Linearführungen mit offenen Linearkugellagern. Diese kosten ca die Hälfte was Linearführungen kosten. Die Wagen sind nachstellbar und haben von der Höhe her die gleichen Abmaße wie Linearführungen, könnten also später ohne größere Probleme getauscht werden.



    Die Y-Achse:


    Für die Y-Achse kommen 20er x 1100mm Länge zum Einsatz, pro Seite 2 Wagen. Da ein Befestigen direkt auf dem Profil nicht funktioniert, kommen Adapterplatten aus Alu dazwischen.



    Spindeln:
    Die Trapezspindeln 16x4 mit den Spindellagerhülsen, den Lagerblöcken, dem Motorhalter und der Trapezgewindemutter, ich hatte mich bei der Tron damals schon für die bessere Lösung von Mixware entschieden, habe ich etwas angepasst und konnte ich wieder verwenden.



    Das Portal:Die Portalwangen waren zuerst aus gelasertem 5mm Stahlblech gekantet, die ich mit Versteifungen verschweißt hatte. Die haben sich aber später im Einsatz nicht bewährt, da einfach keine Steifigkeit am Portal erreicht wurde, mit nur einem Antrieb in der Mitte. Diese wurden dann später auf dieser Fräse aus 15mm Alublech gefräst, dann war Ruhe. Das Portal besteht oben aus 2x 50x100x820mm langen Profilen die im 90° Winkel verschraubt wurden. Auf der Rückseite sitzen noch ein paar Winkel. Unter dem Tisch verbindet das Portal 1x 50x100x820mm, die nochmal über Winkel an die Wangen angebunden sind. Das hat den Vorteil, dass der Verfahrbereich größer bleibt und trotzdem stabil wird. Die Wangen wurden über jeweils 6x M12x40 in den Stirnseiten der Profile verschraubt. Die Portalwangen sind schräg ausgeführt, damit später der Arbeitsbereich der Spindel mittig auf dem Tisch ist.



    Die X-Achse:
    Die X-Achse bekam ebenfalls 2x 20er Wellen mit 800mm Länge. Auch über Adapterplatten am Profil befestigt. Hier konnte ich fast die komplette Achse der Tron übernehmen, bis auf die Spindel, die war zu kurz, also neu bestellt. Hier setze ich 4 Wagen ein. Den X-Achsen Schlitten habe ich als T-Form ausgebildet, aus 15mm Alublechen und über Winkel versteift. Dieser trägt die Z-Achse.



    Die Z-Achse:
    Auch die Z-Achsen Antriebsteile habe ich komplett von der Tron übernommen. Hier sind 2x 16er Wellen mit 250mm Länge verbaut, nur 2 Wagen, diese sind aber dafür länger. Die Z-Achse ist so ausgelegt, dass man mit montierter Spindel und 20mm weit ausgespanntem Fräser soweit in Z hoch ziehen kann, damit diese bis auf Portalhöhe verschwindet und volle 180mm Durchfahrthöhe zu Verfügung stehen. Bei Z- kann soweit runter gefahren werden, dass bei aufgespannter 20mm dicker Opferplatte der Fräser noch 5mm eintauchen könnte.



    Die Spindelaufnahme:
    Anfangs hatte ich den Z-Achsen Schlitten aus nur einem 15mm dicken Alublech für die Kress ausgelegt. Durch die lange Auskragung bei Z in unterster Stellung, hat sich schnell heraus gestellt, dass das nicht steif genug ist und vibriert. Das habe ich später im Zuge des Umbaus auf eine China-Spindel mit zusätzlichen Versteifungen behoben.



    Teil 2 folgt morgen, da ich nicht mehr Zeichen unterbringe.

  • Hallo Markus!


    Sehr guter und ausführlicher Bericht!


    Nur eins stört mich: Käsefräse!


    Wo bitte schön ist das ne Käsefräse?


    Ist ne gute und durchdachte Konstruktion, stabil gebaut und Alu zerspanen funktioniert auch.
    Erkennt man ja an den Spänen!
    Also, lass Dir nix einreden, nur weil sie keine 2 Tonnen wiegt und man keinen gehärteten Stahl fräsen kann!


    Gruß Stephan

  • Hallo Markus.. ;) ..geh doch mal bitte näher auf deinen Steuerrechner ein !
    Vor allem interessiert mich warum du auf SSD gegangen bist. ? Geschwindigkeit alleine, oder warum ?
    Ich bin kein PC-Freak..deshalb meine Frage !
    Für ausführliche AW wäre ich sehr dankbar.. ;) ..bin noch in der "Findungsphase" !

  • Hallo Rothand: Danke, das geht runter wie ÖL, zumindest dafür,dass ich bis nachts um 02:00 Uhr dafür gesessen habe.
    Hallo Baertl: Doch iss ne Käsefräse, mal weiter unten lesen.
    Hallo red cbr600F: Ja das war wirklich eine, aber ihre Berechtigung hat sie auch.



    Ich wollte noch ein paar Bilder mehr hochladen, aber mehr wie 3 darf ich anscheinend nicht pro Tag?


    So, war ja noch nicht fertig, weiter gehts.



    ANTRIEBE


    Ganz am Anfang hatte ich für die Tron 2A / 0,9Nm Nema 23 Schrittmotoren. Die haben sich damals schon als zu müde erwiesen in Kombination mit Trapezspindeln und Gleitführungen und habe sie relativ schnell gegen welche mit 4A / 1,9Nm getauscht. Auf der Tron waren da schon 3000mm/min Eilgang drin, den Rest hat die Reibung gefressen. Diese habe ich auch wieder an der neuen verbaut. Durch die kugelgelagerten Führungen waren da dann 6000mm/min Eilgang drin. Hier tat sich aber ein Problem auf. Die dünnen 16er Spindeln schwingen in den Trapezmuttern auf und dann ist Schluss. Dazu kommt, dass durch die geringe Steigung von 4mm die Motoren so hoch drehen, dass sie über ihr optimales Drehmoment heraus kommen. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Da ich aber mehr Geschwindigkeit wollte, mussten Kugelumlaufspindeln her. Das habe ich erst mal nur auf der Y-Achse mit einer 16x5 ausprobiert. Immer noch nicht zufrieden stellend. Die 10m/min sollten es schon sein. Dann habe ich von der GP10050 erfahren, dass jemand mit 12m/min fährt und sogar 15m/min drin sind. Mein Ehrgeiz war geweckt.
    Endkonfiguration ist jetzt auf allen Achsen Kg´s mit 16x10er Steigung. Die Motoren habe ich noch mal gegen welche mit 4,2A / 3Nm getauscht. Somit sind auf der X- und Y-Achse 15m/min mit Beschleunigung 1000mm/sec² Eilgang drin und auf der Z-Achse 10m/min mit 800mm/sec².


    Die Spindel:
    Im Umgang mit der Kress hat mich gleich von Anfang an der Werkzeugwechsel genervt, später dann der Lärm. Nächster Schritt war also ein WZW-Vorsatz SK15, den ich erst mal über ein handbetätigtes Pneumatikventil ansteuerte. Drehzahl wurde bei WZW per Hand an Kress verstellt.
    Ein Traum wäre natürlich eine HF-Spindel mit WZW, aber die Preise, oje.
    In einem Forum hatte ich eine Spindel gesehen, die aus dem WZW-Vorsatz bestand und einer Chinaspindel die über einen Adapter gekoppelt wurde. Also Drehzahlregulierung und WZW per Programm über die Steuerung möglich. Um ein Programm mal komplett selbständig laufen zulassen, dauerte es nicht lang bis ich mir von den Chinesen eine 1,5kw luftgekühlte Spindel samt FU geholt habe. Den Adapter nachgebaut, läuft. In diesen Tagen habe ich mir dann noch zum Abrunden eine WZW-Steuereinheit, dieMach3 Software-Erweiterung für einen 10-fachen Wechsler gekauft und eine WZ-Ablage mit integriertem WZL-Sensor gebastelt. Zudem kann über ein handbetätigtes Pneumatikventil, das an der Z-Achse befestigt ist zum manuellen Betrieb ein Wechsel per Hand durchgeführt werden, z Bsp. 3D Taster einsetzen. Dem Ventil des Ausdrückkolbens der Spindel ist ein Ventil vorgeschalten, dass über die Relais so gesteuert wird, dass wenn die Spindel startet, kein manueller WZW vollzogen werden kann, solange die Spindel zugeschaltet ist. Leider funktioniert das nicht im Programmablauf. Hier könnte bei einem Steuerungsfehler oder sonstigem das Werkzeug auslösen, aber hierfür ist ja zur Sicherheit die Einhausung da.


    Die Steuerung:
    Ausgangsmodell war die Steuerung für die Tron mit 4 Endstufen. Da waren schon 4 Stück Leadshine Endstufen ND556 verbaut, die haben auch genug Dampf für 5A Motoren. Später habe ich auf ein BOB von Benezan umgerüstet, hier kann man bis 50V durch lassen, was absolut ausreicht um mit einem Netzteil oben genannte Werte zu erreichen. Der LPT war schon lange ausgereizt, also Smoothstepper her. LPT 1 am SS für das BOB, LPT2 für das STG101 vom WZW. Den SS habe ich im PC-Gehäuse mit unter gebracht, der Rest alles in einem Schaltschrank 600x400x250.


    MMS:
    Zuerst Noga, dann wegen Bau einer Einhausung Fogbuster. Der hat einmal ein 220V Pneumatikventil für Kühlung an / aus in der Druckluftzuleitung und ein weiteres sitzt in der Schmierstoffleitung. So kann kaum Schmierstoff zurück laufen und es entstehen keine Verzögerungen beim Neustart.


    Die Einhausung:
    Habe ich schon mal in einem Beitrag beschrieben, bitte da nachlesen.


    Steuerrechner:
    Zuerst mein alter Pentium 4 mit 256MB. Der flog nach einem halben Jahr. Einfach nicht mehr Zeitgemäß, die Geschwindigkeit, die Booterei usw. Anfangs sollte er auch nur als Steuerrechner dienen, jetzt aber auch Condacam abfertigen können.


    Handrad:
    Als Low Cost Lösung habe ich bis heute ein Shuttle Controller Xpress von Contour Design im Einsatz. Hier gibt es ein Plug-In für Mach3. Mit dem Aussenring kann man stufenlos bis Eilgang die Achsen verfahren, die über selbst programmierbare Tasten auswählbar sind. Mit dem Innenring kann man jogweise mit der in Mach3 eingestellten Schrittweite und Vorschub verfahren. 2 größere Tasten kann man noch belegen, habe ich genutzt für Spindel an/ aus und Kühlung an / aus.
    Das werde ich aber jetzt ablösen durch ein Handrad, bei dem man den Vorschub und die Spindel über Potis verstellen kann. Ist einfach besser zum Einfahren neuer Programme.


    USB-Kamera:


    Hab ich einen Halter gebaut,der mit einer SK15-Aufnahme versehen ist.Mit dem Plugin in MAch3, kann man dan Mittelpunkte Nullpunkte usw. anfahren. An der Geanauigkeit haperts noch etwas.


    3D Taster:
    Habe ich einen Selbstbau bei Ebay gekauft. Den Schaft zur Aufnahme in einer Spannzange habe ich raus geschmissen und direkt einen SK15 dran gebaut, um eine niedrigere Bauhöhe zu erzielen. Den habe ich in Reihe mit dem WZL-Taster angeschlossen, beide sind Öffner. Ich kann an einem Eingang der Steuerung die WZL und den Taster nutzen. Da in der Mach3 Version 3.3.9 ein halb automatisiertes anfahren dabei ist, kann der Nullpunkt in wenigen Sekunden ermittelt werden.


    Steuersoftware:
    Hat mir von Anfang an Mach3 zugesagt (probiert hatte ich NC-drive, USB CNC, und einige mehr), da vom Aussehen und vom Bedienen einfach einer Industriesteuerrung am nächsten kommt und keine „Micky Maus“ Oberfläche hat. Zudem sollte kein halbherziges 08/15 CAD oder CAM enthalten sein. Nachteil ist natürlich am Anfang das Kilometerlange Handbuch und in Verbindung mit einer USB-Lösung der Preis.


    CAD:
    Alibre benutze ich seit 6 Jahren (mein Gott war das in den Anfängen ein Schrott) und halte ich mittlerweile vom Preisleistungsverhältnis und Wartungskosten im 3D CAD das günstigste und beste Programm (Achtung: für meine privaten Zwecke und nach meiner Meinung. Die restlichen Volumenmodellierer kenne ich auch und die Vergleiche dazu, ProE, Inventor und SW und wie sie alle heißen und können, also bitte einfach so stehen lassen). Das gleiche gilt im 2D für ZWCAD. (Ausnahme aktuelles Draftsight).


    CAM:
    Ausprobiert habe ich so ziemlich alle freien bekannten am Markt, aber oh Gott, was für ein Zeug. Bei den 2,5 D hatte ich zuerst Sheetcam soweit gut, dann folgte FilouNC11 eigentlich auch gut. Schließlich musste ein 3D Programm her. Bei uns in der Firma hatten wir parallel dazu, zufällig zum gleichen Zeitraum, die großen am Markt eingeladen um für die Firma eins zu kaufen, als da waren Inventorcam, Solidcam, Coscom, VX / ZWCAD, Vectorcam, Hypermill, Mastercam, Schott-Systeme und Esprit. Privat schieden natürlich alle aus, zwecks Kosten, außer Vectorcam. Das gefiel mir aber nicht vom Workflow, sprich Jobs nachträglich ändern. Das in Alibre enthaltene Visualmill hätte mir eigentlich gefallen, kann aber eigentlich als Alibrecam „gar nichts“ und ist im Ausbau und Wartung auch zu teuer. Entschieden habe ich mich Letzt endlich für Condacam. Deutsch, guter Support, aktuell keine Wartungskosten oder Updatekosten und dürfte weit gehend alles in naher Zukunft abdecken was ich machen will. Einzig 4te Achse könnte zu Problem werden, mal irgendwann, ist aber in Arbeit.


    Morgen Teil 3

  • Hallo Lukulus,



    das ist korrekt, hier gehts eigentlich nur um Geschwindigkeit. Zwar ist hier eigentlich schon mit Kanonen auf Spatzen geschossen, aber einmal gewohnt, wilst du nix anderes mehr, allein schon von den Boot Zeiten (gefühlte 20 Sekunden?). Eigentlich macht so ne Platte hauptsächlich Sinn, wenn große Dateien bewegt werden müssen z.Bsp wie beim CAD oder Videobearbeitung usw. Hier in Kombination noch mit 64 Bit, der Hammer. Für das Steuerprogramm an sich nicht erforderlich, da einmal geladen keine großen Bewegungen auf den Festplatten erfolgen.


    Ist aber auch ne Standort-Sache gewesen. Steuerrechner im Keller, CAD/CAM im Büro im OG. rauf, runter, rauf, runter. War am Anfang nicht schlimm, aber wenn man mehr macht, nervts. Der neue sollte das CAM auch flott orgeln können. Also hab ich beim Umrüsten vom Rechner, neues Motherboard mit Grafik on Board, neuer Speicher (issn Witz, der alte Speicher 2GB der gepasst hätte ist teurer als aktueller mit 8GB), neuer Prozessor mit SSD sind so um die 230,-€, die alte Platte auch gleich raus geschmissen.



    Aktuell habe ich auf allen 2 Rechnern und 2 Laptops nur SSD verbaut, hier kommt nur das BS und die Programme drauf, die Dateien liegen alle auf dem NAS. Preislich bekommst du für das Geld zwar eine riesige normale Festplatte mit Drehtellerchen drin, aber niemals diese Geschwindigkeit. Wird die Zukunft und ist es auch schon.



    Hier mag ich halt Sachen, die flott von der Hand gehen, besonders wenn man viel mit arbeitet. Als reiner Steuerrechner hat auf jeden Fall der alte P4 auch gelangt. Ist ne Geschmackssache.



    Gruß Markus

    Am Liebsten wäre ich das, als ich das noch werden wollte, was ich jetzt bin.

  • Teil 3




    Erste Zerspanungsversuche:



    Ein Fantasieteil 2,5D aus Alu mit Taschen und Bohrungen. Fräser VHM Ø5mm, Zweischneider, 250m/min, 16000 1/min, Vorschub 1200mm/min, NC-Anbohrer Vorschub 200mm/min, VHM Bohrer Ø6mm Vorschub 200mm/min, Kühlung über MMS mit Fanella, gespannt in Niederzugschraubstock 100mm, Eilgang 15m/min. Keine Probleme. WZW wechselt durch, anschließend Längenmessung, wie bei ner großen.



    Ergebnisse /Genauigkeit:
    Natürlich darf man bei einer Käsefräse aus Alu-Profilen dieser Größe ohne großartige maschinelle Anarbeitung von Führungsflächen und des Maschinentisches, wo die Genauigkeit mehr oder weniger von der Sauberkeit der Montage abhängig ist, keine Genauigkeitswunder erwarten, sollten aber trotzdem im Bereich von 1/10 oder besser liegen, alles andere wäre zu viel verlangt oder einfach gelogen. Gesehen über den kompletten Fahrbereich fällt diese auf der Z-Achse auf 5/10 ab (Maschinentisch nicht überfräst). Große genaue Werkstücke sind hier also nicht realisierbar. Aber alles in Schraubstockgröße kann man mit leben, Kreistaschen sind rund, Bohrungsabstände stimmen, Winkligkeit ebenfalls. Alu wird hier das höchste der Gefühle bleiben mit Fräsern bis maximal Ø8mm, sinnvoll maximal Ø6mm. Holz, Kunststoff sollte problemlos gehen. Bleibt zu erwarten wie lange die Führungen das mit machen. Schrittverluste konnte ich so noch nicht fest stellen.




    Noch ausstehend: Die Maschine wird noch mal komplett zerlegt und die Stahlteile galvanisch beschichtet, der Rahmen der Einhausung lackiert.
    Die Referenzschalter sind noch relativ ungeschützt offen und liefern trotz Präz-Referenzfahrt leichte Abweichungen, das ist schlecht für den Werkstücknullpunkt und WZW.
    Die Alu-Profile der stehenden Teile werde ich dann mit Sand füllen,zur Schwingungsreduzierung.
    Die vorhandenen Schmiernippel der KG-Mutter sind Schrott und schwer zugänglich.
    Der WZW ist noch nicht 100% stabil, da es doch mal vorkommt, dass ein Werkzeug im Wechsler hängen bleibt. Hier muss noch eine Sicherheitsschaltung eingebracht. werden, hab da auch schon was gefunden.
    Am Schaltschrank muss noch der Fachmann ran, der alles sauber verlegt und prüft.
    Der Dust-Deputy ist noch nicht aufgebaut und angeschlossen.




    Kommende Anschaffungen:
    Tangentialmesser EOT2 (Hat hier jemand Eerfahrung?)
    Vakuumtisch mit Seitenkanalverdichter
    Drehachse




    Bemerkung:
    Im Großen und Ganzen bin ich voll zufrieden und meine Erwartungen wurden erfüllt. Obwohl teilweise aus der Hüfte geschossen wurde und weniger berechnet. Aber es ist halt doch auch nur eine gesteuerte Maschine und weniger eine geregelte. Auch wenn softwaretechnisch noch einige Sachen machbar wären, Drehzahlüberwachung, Closed Loop Schrittmotoren, Sicherheitseinrichtungen usw. wird dies so die Endausbaustufe bleiben, da mir das sonst komplizierter wird, als es schon ist und auch die Kosten müssen langsam gebremst werden. Hier müssen einfach manche Abstriche im Raum stehen bleiben.
    Wahrscheinlich hätte ich, die ganzen Einzelinvestitionen gesehen, gleich eine fertige, sogar gute Maschine kaufen können, aber wo bleibt denn da der Spaß. Scherz beiseite, diese insgesamt 2 Jahre haben mich der Sache im Detail näher gebracht als fertiges kaufen und dann keine Ahnung und Erfahrung.
    Sobald ich mal irgendwo einen Markt für mich sehe, werde ich mir wahrscheinlich eine von einem Hersteller kaufen. Hier würden in den engeren Bereich kommen: GP10050, EMS-P1P, eMotion tera, BZT PFE, EAS Heavy. Interessant finde ich auch die Mineralguss-Fräse.




    So, ich hab genug gelabert. Ein paar Bilder häng ich beim nächsten mal noch dran.



    Gruß Markus




    PS: Da ich ja noch die Trapezspindeln habe und auch noch Alu-Profil übrig ist, werde ich evtl. überm Winter eine zweite aus den Restteilen bauen. Wer Interesse hat, melden. Oder wer Interesse hat an den Bauplänen, kann diese haben, diese muß ich aber erst noch aktualisieren.

  • Hallo Lukulus,




    auf dem Steuerrechner an dem aktuell der SS hängt ist XP 32bit drauf. Auf meinem Laptop Win 7 Prof 64bit (der ist mir allerdings zu schade für dir Werkstatt). Auch hier habe ich Mach3 drauf, um neu Programme mal im Büro schnell trocken drüber laufen zu lassen. In der Umbauphase vom neuen Rechner hatte ich den aber auch mal am SS und lief soweit auch ohne Probleme.


    Ganz am Anfang als Win 7 64bit rauskam, gabs hier und da schon mal Probleme mit einigen Programmen, aber das ist Schnee von gestern. Mehr ist eigentlich der Witz, dass wenn das Programm nicht für 64bit ausgelegt ist, ein 64bit System meines Wissens nach sinnfrei ist. Bei Programmen die ich habe trifft das nur bei ALibre 64bit zu und bei Condacam 64bit, und da brummts.


    Bei der Steuerung und SS sind hier eher die eletrischen Störungen das größere Problem, weniger die Software oder das BS, meiner Erfahrung nach. Was Mach3 gar nicht mag, ist wildes rumstochern in den Profilen, hier lagern sich dann anscheinend immer mehr Altlasten dann, die dann Probleme machen. Es sollte von Anfang an sauber konfiguriert sein.




    Gruß Markus

    Am Liebsten wäre ich das, als ich das noch werden wollte, was ich jetzt bin.

  • Oohhhaaaa..Markus...hast du etwa ein Problem mit dem SS..so in etwa wie ich ?
    Mein SS steigt gerne mal aus...ich habe EMV in Verdacht..je weiter ich weg bin von der Steuerung ..gibt es kaum noch Probs !
    Ich habe den Trafo der Steuerung als Quelle in Verdacht ! (Kunstsstoffgehäuse) ?(

  • Hallo Lukulus,


    hatte ich mal. EMV ist hier ein großes Problem.
    Hauptproblem Nr 1 war: Das Flachbandkabel das vom Gehäuse innen auf das BOB ging, das hab ich raus geschmissen und bin direkt mit einem rundem geschirmten dran.
    Problem 2: FU mit im Schaltschrank, habe ich dann Netzfilter nachgerüstet.
    Problem 3: Die Relais die am BOB sind nutze ich nicht mehr und nie mehr direkt mit 220V Verbaruchern, sondern gehe damit über pontentialfreie Relais. Seit dem ist Ruhe. Länstes Programm was ich bis heute hatte ist ca 1h ohne Aussetzer gelaufen.


    PS: Den SS habe ich nicht im Steuerschrank, das kann man generell knicken, den habe ich im PC-Gehäuse untergebracht.


    Gruß Markus

    Am Liebsten wäre ich das, als ich das noch werden wollte, was ich jetzt bin.

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