Kaufentscheidung BF20 oder ähnliche Bohr-Fräsmaschine

  • Hallo,


    irgendwann als "Ersatz" für meine Handbohrmaschine im Bohrständer suche ich sowas wie eine BF20. Sie sollte MK2 haben und ab 850W Leistung aufwärts. Soll hauptsächlich zum Bohren und Senken genutzt werden, das Fräsen darauf ist eher Nebensache. Gewindeschneiden über Rechts Linkslauf wäre schön, aber ohne irgendwelche Schneidvorrichtungen, sondern über Spannung im MK oder im Bohrfutter.


    Im Internet, Ebay habe ich gesucht und bin auch fündig geworden, jedoch gibts anscheinend viele ähnliche Modelle zur BF20, wie Epple, Holzmann, Weiss usw.


    Wer hat so ein Modell und kann darüber was erzählen?


    Gruß Markus

    Am Liebsten wäre ich das, als ich das noch werden wollte, was ich jetzt bin.

  • Ich spiele auch mit dem gedanken mir (wenn ich das geld zusammenhab) eine BF20 zuzulegen.
    Also nach meinem recherchen ist Optimum eine deutsche Firma die aber in China Produzieren lässt.
    Es gibt einige "Klone" der BF20, wobei ich mir da nicht sicher bin ob es genau die gleichen sind nur umgelabelt sind.


    Hab neben positiven sachen auch negatives gelesen.. wobei ich mir dabei sag... für ca 1300 bzw 1500 für die L kann man denk ich nicht meckern.

  • Hallo,


    der Händler meines Vertrauens, der uns auch bei meinem Brötchengeber beliefert also auch greifbar ist, hat mir eine 2 Jahre alte Vorführmaschine BF20 aus dem Ausstellungsraum angeboten. Hab ich mir auch schon angeschaut, steht wirklich top da, wurde noch nicht mit gearbeitet. Er will dafür 950,-€ Netto, 2 Jahre Garantie. Dazu gibts noch das Spannzangenset und das Fräserset. Der Preis dürfte OK sein.
    Die Größe würde mir soweit auch zusagen, aber:
    -850W scheinen mir fast etwas müde. Kann man die angegbenen Bohr- und Fräsleistungen umsetzen?
    -Ist die Maschine dafür stabil genug? Den Eindruck hat sie zumindest optisch vermittelt.
    -Leider ist die Anschlußspannung 220V, 400V bei gleicher Leistung sollen generell besser sein. Oder ist das egal weil intern umgewandelt?
    -Da ich ja eigentlich eher eine Bohrmaschine suche, das mit den Fräsen zwar ein nützlicher Nebeneffekt wäre, hab ich mir auch die Bohrmaschinen von Optimum noch angeschaut.
    -Unter anderem haben die mehr Pinolenhub und sind in der einfachsten Variante günstiger, in den bessern Varianten dann wieder teurer, z Bsp. die B24H Vario.
    -Wirklich wichtig wäre mir, dass man damit Gewindeschneiden kann bis ca M12.
    -Hat dann die BF20 noch ausreichend Kraft, wenn man bei M12 mit den Drehzahlen bis runter in den Keller muß?
    -Den Messerkopf Ø52 mit Mk2, hält das der Konus?
    -Was kann man da so im Alu zustellen?
    -Was bewirkt der Anbauadapter zur Montage des Fräskopfes an das Machinenbett? (Horizontalbohrwerk?☺)


    Gruß Markus

    Am Liebsten wäre ich das, als ich das noch werden wollte, was ich jetzt bin.

  • Hallo,


    hab mir auch mal die Beiträge hier und in anderen Foren durch gelesen. Ein Probelm scheint ja der Motor an der BF20 zu sein. Mechanisch nehmen sich alle Klone nichts. Jedoch gibts doch Streuung in der Antreibsleistung. Preislich und von der Leistung gefällt mir die F205 von Paulimot am Besten. Da man mit diesem Typ Maschine doch mal was fräsen kann und bei niedrigerem Preis mit 2 stufigem Varioantrieb mit 950 Watt daher kommt, bei gleicher Ausladung gegen über einer Tischbohrmaschine, wirds die wohl auch werden. Hat evtl jemand eine in der Nähe von PLZ 97...? Mal zum inspizieren.


    Gruß Markus

    Am Liebsten wäre ich das, als ich das noch werden wollte, was ich jetzt bin.

  • Hallo,
    dann will ich noch ein paar weitere Fragen in den Raum werfen. Die BF20 schafft 90 bis 3000 U/min und hat 850W. Die Paulimot F205 macht 150 bis 2250 U/min mit 950W. Alle anderen Modelle HBM, Weiss, Holzmann usw. drehen alle in etwa im gleichen Bereich, haben dann aber weniger Leistung, so um die 650W, wenn bei allen die Abgabeleistung gemeint ist. Ich bin mir nicht schlüssig, da ich an die BF20 am günstigsten ran kommen könnte, ob lieber 750 U/min mehr oder die 100W?


    So nebenbei, falls es eine Fräse wird:
    Hat jemand so eine Digitalanzeige wie die MPA-3 von Optimum im Einsatz? Was sind günstigere Alternativen? (Umrüstung auf CNC ist aktuell nicht geplant).
    Wie gut sind die nachrüstbaren Vorschubeinrichtungen?


    Ohne dass ich gesteinigt werde. Sind die Maschinen von Wabeco, die F1200, ihre gut 1000,-€ mehr wert? Gut, die hat dann schon einen knackigen 1,4KW Motor dran. Wie sieht es dann mit der restlichen Verarbeitung gegenüber den "Billig-Modellen" aus?


    Da ja der Hauptbereich eigentlich bohren und Gewindebohren sein soll, denk ich doch parallel an eine Tischbohrmaschine (Opti B23 Pro). Eine, die eine solchen Drehzahlbereich stufenlos bei gleicher Leistung und mit L+R Lauf abdeckt, ist aber bei gleichem Preis fast nicht zu finden. Keilriemen umlegen möchte ich nur, wenn es gar nicht anders geht.


    Vom Prinzip her find ich die TB 23 SD von Epple mit dem stufenlosen Drehzahleinstellung auch nicht schlecht, geht aber "nur" von 220 bis 1700 U/min und hat dann auch keinen R+L Linkslauf.
    Wer hat noch andere Alternativen, bzw. Anbieter?


    Ist ein Gewindeschneidapparat für M3 bis M12 eine Alternative? Kosten ja leider auch so um die 330,-€. Dazu verliert man dann auch an Höhe.


    Oder doch die gute alte Handmugge mit Wendeisen?


    Gruß Markus

    Am Liebsten wäre ich das, als ich das noch werden wollte, was ich jetzt bin.

  • Hi Leute,
    nachdem ich mich jetzt durch einige Foren und Berichte durch gearbeitet habe, wird meine Entscheidung doch zunächst Richtung Säulenbohrmaschine gehen. Von der erst angedachten Tischbohrmaschine bin ich auch abgekommen. Für das Geld einer Tischbohrmaschine bekommt man bei gleicher "Qualitätsstufe" für nen Hunni mehr eine Säulenbohrmaschine, die dann aber mehr Arbeitsraum bietet. Vario wäre schön, aber auch hier dann für meine Geschmack zu teuer, dann muss halt doch Keilriemen gewechselt werden. Und Platz hab ich aktuell noch.


    Entscheiden werde ich mich voraussichtlich für eine Holzmann SB 4132 SM (oder LR?) oder eine Bernardo B 610SB. Diese Modelle haben 24 Stufen von 60 bis 3480 U/min, davon 2 Stufen je über 400V Motor geschaltet mit bis zu 1,1KW. Ausreichend tiefe und hohe Drehzahl, bei ausreichender Leistung. Wenn es dann doch Probleme beim Gewindebohren gibt, weil zu lange Nachlaufzeit des Motors, dann hab ich hier immer noch durch den größeren Arbeitsbereich die Möglichkeit einen Schneidapparat zu spannen. Ich hoffe aber, dass dann nicht die Keilriemen durchrutschen, wenn's auch mal M16 ist.


    Eine ähnliche Optimum hab ich mir auch schon mal angesehen. Die fand ich eigentlich nicht schlecht, jedoch bei gleichen Abmessungen und Leistung aber weniger Stufen, ganze 400,-€ teurer.


    Die BF20 und Brüder sind mir doch etwas zu klein und zu schwach. Das eigentliche Maschinengestell dürfte zwar für aktuelle Fräsaufgaben gewachsen sein, aber vom Gefühl her eher an der unteren Grenze anzusiedeln sein. Das ist mir zu grenzlastig, wenn doch mal was größeres gemacht werden soll. Der Einstieg hört sich zwar preislich verlockend an, für die reine Maschine. Dann geht’s aber schon wieder los. Da keine CNC, sollte zumindest eine Digitalanzeige die Positionierung erleichtern. Ein vernünftige Lösung ist nach mehreren Aussagen das original angebotene MPA-3 Set, aber schlägt auch mit über 800,-€ zu Buche. Die Anbaumeßschieber, die dann über externe Anzeige ausgelesen werden können, halt ich für zu empfindlich. Da kann man fast schon wieder an den Umbau auf CNC nachdenken. Das würde ich aber bei einer Maschine mit Schwalbenschwanzführung in dieser Größe und Qualität nicht angehen wollen.


    Da spar ich lieber doch auf eine Wabeco F1200 oder auf eine größere BF30 oder sowas, da sind die Werte dann überzeugender. Bzw wird meine Alurumpel dann durch eine GP10050, BZT PFE, SK107 oder was von SRT demnächst kommen soll, ersetzt.


    Mein genereller Ausgangsgedanke ist überhaupt an der Sache, dass ich mit meiner Portalfräse mehr die größeren flacheren und Bauteile aus weicheren Materialien bearbeiten kann und mit einer Fräse ala BF30 die kompakteren und dafür mehr in Z-Höhe größeren Bauteile aus vielleicht auch mal Stahl. Aber das lass ich dann doch erst mal Zukunftsmusik sein.


    Gruß Markus

    Am Liebsten wäre ich das, als ich das noch werden wollte, was ich jetzt bin.

  • Hallo,


    da ich meinen Händler noch mal im Preis drücken konnte, hab ich mich Letzt endlich doch für die BF20 entschieden. Ist zwar Baujahr 2008 und war 2 Jahre im Schaufenster gestanden, aber wurde ja nichts mit gemacht.


    Heute mit dem Kombi geholt. Daheim Kopf runter geschraubt und getrennt alleine die Treppe runter getragen. Im Keller angekommen hab Ichs gerade noch so geschafft, das Gestell auf die Werkbank zu wuchten, ächtz.


    Gleich noch Bohrfutter von Röhm gekauft, aber in der Euphorie falschen Dorn mit Lappen mitgenommen. Zum Testen dann erst mal den Gewindebohrer in einer Direkt-Spannzange gespannt. Gefällt mir soweit ganz gut. Motor stoppt recht schnell und läuft im Linkslauf auch sanft an.


    Erste Fräsversuche in Alu fand ich jetzt soweit auch OK.


    Das Kurbeln, besonders mit der Z-Achse geht mir aber jetzt schon etwas auf den Keks, aber naja.


    Dem Hart-Plastikschutz geb ich allerdings nicht lange.


    Soweit muß ich aber sagen, schöne kompakte Maschine.


    Gibt es bei dem Modell/Baujahr irgendwas spezielles zu beachten?


    Gruß Markus

  • Hallo,


    dank meiner "starken Entschlossenheit" hab ich mir doch noch zusätzlich zur BF20 eine Säulenbohrmaschine zugelegt. Der Preis war so verlockend und ich hab doch ein paar Mal jetzt größere Teile zu bohren gehabt, wo mehr Ausladung / Höhe von Nöten war.


    Hab mir die Holzmann SB4132SM geholt für 599,-€, Versandkostenfrei. Dürfte baugleich sein mit der Bernardo B610 ca 700,-€ und der SB Opti B33 Pro ca 1000,-€.
    Heute ist die Spedition gekommen. Das Paket kam mir erst etwas mickrig vor, aber na ja klar, weil zerlegt. Das Ganze ist sauber eingeölt und mit Folie in einer Styroporverpackung recht ordentlich verpackt.
    Der Zusammenbau war einfach und ging flott von der Hand. Das schwierigste war, wegen dem hohen Gewicht und ist auch das schwerste Bauteil, den Kopf auf die Säule zu heben. Hab ich gerade so noch alleine geschafft.
    Macht von weitem einen guten Eindruck. Bei näherer Betrachtung der übliche grobe Chinaguss, aber an den entscheidenden Funktionsflächen sauber nachgearbeitet. Die Lackierung hat schon einige nachgearbeitete Stellen, was man auch recht deutlich sieht. Der Farbe gebe ich bis zur ersten Reinigung mit Pressluft, dann dürfte sie dahin sein.
    Die ganzen Verstellmechanismen gehen ausreichend leicht und sind auch gefettet. Der Keilriemenwechsel geht eigentlich auch recht flott. Jedoch ist der vorgesehene Spannhebel für die doch steifen Keilriemen zu klein und man muss schon einigermaßen stark drücken, damit diese gespannt werden. Das geht nur mit einer Hand, denn mit der anderen muss man ja die Klemmung, einmal links und einmal rechts, feststellen.
    Das Gehäuse und die Abdeckung der Keilriemen sitzen etwas krumm auf dem Kopf der Maschine. Erste Richtversuche haben bewirkt, dass der Sicherheitsschalter nicht mehr betätigt wurde und die Haube nicht mehr in den Verschluss ging. Das sehr dünne Blech wackelt schon beim Husten. Wurde die Haube geöffnet, muss erst wieder der Einschalter/Notaus an der Front gedrückt werden. Jetzt kann L oder R über den Knopf vorgewählt werden und dann Stufe 1 oder 2. Der erste Motorstart war vom Sound her OK. Wenn man von R auf 0 schaltet steht der Motor recht zügig und läuft beim weiterschalten auf L wieder an. Von der Leistung her sollte der Motor mehr als ausreichend sein.


    Die Pinole lässt sich vom Gefühl her etwas "kratzig" ausfahren, aber die 120mm Hub sind schon ordentlich.


    Erster Bohrversuch in Stahl mit einem Ø13er HSS Bohrer in S235 ins Volle. Bohrer ins mitgelieferte Bohrfutter gespannt, welches ganz ordentlich aussieht und auch gut spannt (auch der spätere Test mit einem M12er Gewindebohrer wird beim Linkslauf einwandfrei gehalten). Sollte von der Power des Motors her kein Problem sein, ist es auch nicht. Man hört zumindest keinerlei Drehzahlabfall. Auch mit den groß dimensionierten Handhebeln der Pinole gar kein Problem. Jetzt kam aber die für mich bis hierher größte Enttäuschung. Irgendwas bäumt sich auf. Messuhr zwischen Tisch und Kopf angesetzt und tatsächlich. Bereits bei dem noch kleinen Bohrer zeigte die Messuhr ca 0,5mm Bewegung an. Bis jetzt konnte ich aber noch nicht genau lokalisieren was es ist. Die Säule selber wird sich wohl nicht biegen und der Tisch war geklemmt.


    Das die angegebene Bohrleistung von 32mm nicht ins Volle realisierbar ist, ist schon klar, aber sowas ist echt ernüchternd.


    Die Pinole selber bringt die angegebenen 0,02mm Rundlauf, das Bohrfutter 0,05mm.


    Als nächstes maximale Drehzahl mit kleinem Bohrer. Auch hier macht sich der billige Preis wieder spürbar. Ich hab erst gedacht ich habe eine Waschmaschine im Schleudergang vor mir. Die Maschine vibriert so stark, dass der Schraubstock, wenn nicht angeschraubt, vom Tisch wandert. Also auch hier Messuhr an die Keilriemenscheiben. Der vorderen Keilriemenscheibe ist optisch schon anzusehen, dass hier was eiert, und zwar nach Uhr ganze 0,4mm, also kein Wunder. Hier muss ich mal schauen ob ich Ersatz bekomme, oder ob man die Scheibe wuchten lassen kann.


    Die Maschine werd ich aber trotzdem behalten, weil trotz alle dem vom Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar. Ich glaube auch nicht dass sich die Maschinen in diesem Preissegment viel nehmen. Meine Zwecke erfüllt sie ja. Zudem hab ich Zugriff auf Industriemaschinen, wenn notwendig.


    Schade dass bei dem starken Motor von 1,1KW so ein gurkenmäßiges Gestell verbaut wird.


    Das nächte ist zudem das Gewicht, welches hier mit 145kg angegeben, im Hobbykeller grad so noch zu Händeln ist.


    Da muß ich sagen, dass die BF20, bei der ich am Anfang eher skeptisch war, diese mich mittlerweile begeistert. Die ist ihr Geld Wert.


    Ich hoffe ich konnte mit diesem Fred den Leuten, die ähnlich vor einem Kauf stehen, mit meinem "Leidensweg" etwas beistehen.


    Gruß Markus

    Am Liebsten wäre ich das, als ich das noch werden wollte, was ich jetzt bin.

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